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Ehem. Velvetfabrik Neersen (1872)

Direkt im Ortskern von Neersen, zwischen Schloss Neersen und Schlosspark auf der einen und Landschaftsschutzgebiet auf der anderen Seite, liegt die historische Velvetfabrik. Im letzten Viertel des 19. Jh. Entstanden, wurde die Fabrikanlage - nachdem längst keine Samtstoffe mehr hergestellt oder veredelt wurden - vor einigen Jahren unter Denkmalschutz gestellt. Sie ist - so hieß es bei der Eintragung in die gesetzliche Denkmalliste - "eines der letzten Dokumente für solche ehemaligen Fabrikationsstätten und kann heute als Beispiel eine früher gängigen, heute aber verschwundenen Industriearchitektur im weitgehend erhaltenen Originalzustand gelten". Diesen typischen Charakter der Fabrikanlage zu erhalten, ist nicht nur Auflage der Denkmalschutzbehörde, sondern auch ein hohes Ziel bei der Umwandlung in Wohneigentum. Im Parkgelände des heutigen Schlosses Neersen bewohnten vom 13. bis zum 16. Jh. die Vögte van der Neersen eine Burg, die dann Adrian Wilhelm von Virmont im 17. Jh. zum Schloss ausbaute. Als nun im 18. Jh. die Freiherren und späteren Reichsgrafen von Virmont ausstarben, erwarben zunächst der Kurfürst von Köln und nach dem Untergang des Kölner Erzstiftes dessen letzter Amtmann Josef Lenders um 1802 den Schlossbesitz.



Nachdem Mitte des vorletzten Jahrhunderte Gladbacher Industrielle dort eine Baumwollweberei und eine Wattefabrik errichtet hatten, begann an gleicher Stelle der Krefelder Fabrikant Gustav Klemme eine Velvetfabrikation und baute schließlich im letzten Viertel des 19. Jh. - also vor nunmehr 125 Jahren - auf der anderen Seite der Straße eine neue Fabrikanlage - die Velvetfabrik. Das Schloss selbst aber nutzt die Stadtverwaltung Willich als Rathaus.

Bei dem Objekt Velvetfabrik Neersen handelt es sich um eine Anlage mit 9 verschiedenen Gebäuden, die teilweise denkmalgeschützt und andernteils Neubauten sind.


Die Größen der einzelnen Einheiten variieren zwischen 50 qm und 240 qm, wobei Gelegenheit für die Erwerber eingeräumt wurde, in die planerische Gestaltung einzugreifen. Es entstanden Appartements, attraktive Wohnungen über 1 oder 2 Etagen sowie repräsentative Einfamilienhäuser die sich teilweise auch als "Haus im Haus" beschreiben lassen.