Das Umfeld - Historisches

Der Dreißigjährige Krieg hinterließ auch in den Dörfern Vogelsang und Warsin eine Spur der Verwüstung. Nach 90 Jahren teilweise in schwedischem Besitz wechselte Vogelsang 1740 als Lehen Friedrichs II. an Bernd Friedrich von Enckevort.

Die Enckevorts errichteten 1828 die heute unter Denkmalschutz stehende Erbgrabstätte und 1842 das Gutshaus (Schloss) in klassisistischem Stil nach Plänen Schinkels. Die Enckevorts blieben die Schlossherren bis 1934.

In Vogelsang und Warsin lebten hauptsächlich Bauern, in Warsin spielte auch die Fischerei eine Rolle. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden neben kleinen Handwerksbetrieben auch eine Ziegelei. Durch die Lage am Stettiner Haff sieht man in der Gemeinde weiteres touristisches Potenzial.

Das Gutshaus war der Hauptsitz der adeligen Familie von Enckevort. Friedrich von Enckevort erwarb Vogelsang 1718 zunächst auf Pfandrecht, dann 1723 als Lehn.

Der Besitzer ließ auf dem Grundriß einer alten Burg ein neues zweigeschossiges Wohnhaus erbauen. In den Jahren 1845-47 erweiterte Eduard Friedrich von Enckevort das Gebäude zu einem repräsentativen Herrenhaus im neogotischen Stil mit anschließendem Landschaftspark.

Das Gebäude weist 16 Achsen auf, besitzt 4 polygonale Ecktürme sowie einen mittleren Turmbau und wurde mit Mittelrisalit und oberen Zinnenaufbau im Stil der englischen Tudorgotik erbaut. Die von Enckevorts lebten und wirtschafteten bis Anfang des 20. Jahrhunderts auf Vogelsang. Nach dem 1.Weltkrieg musste die Familie aus finanziellen Gründen ihren alten Stammbesitz verkaufen.

Bereits 1914 fiel an der Front mit Eduard Friedrich von Enckevort der letzte Herr auf Vogelsang, womit der Untergang der Familie begann. Seine Söhne waren nicht in der Lage, das Erbe zu erhalten. Das Gutshaus kam in fremde Hände und fand zunächst als Landschulheim praktische Nutzung. 1934 gelangte das Gebäude auf Betreiben des Nazigauleiters von Pommern, Schwede-Coburg, in den Besitz des "Reichsbundes der Deutschen Beamten", die hier 1935 ein Schulungslager unter den Namen "Franz-Schwede-Coburg-Beamtenlager" einrichteten.

Nach einem Brand wurde das Haus in architektonisch nüchterner Form wieder hergestellt. Während des 2.Weltkrieges wurde es als Lazarett genutzt. Nach 1945 wurde aus dem Gutshaus das Kinderheim "August-Bebel". Seit 1993, nach dem Auszug des Kinderheims, steht das Haus leer.